Auszug aus meinem Tagebuch 2014

Das Abenteuer kann beginnen
Das Abenteuer kann beginnen

24. August 2014:
Es geht wieder los. Wetterbericht mies. Ehrwald schwer wolkenverhangen. Zugspitze frisch bezuckert. Aber als Finn mich zum Bahnhof begleitet, er in Flipflops, leichtem T-shirt, ich warm verpackt mit großem Rucksack und Wanderstöcken, kommt schon die Sonne raus.

Das Abenteuer kann beginnen. Bald wird die Bluse nicht mehr so schön gebügelt sein, Gott sei’s gelobt!

Oh wie schön ist Heidelberg!
Oh wie schön ist Heidelberg!

Es geht nach Heidelberg, wo die Wanderung im Vorjahr endete (siehe “Auszug aus meinem Tagebuch 2013”). Plötzlich die Durchsage: “Kein Zugverkehr in Starnberg.” Was heißt das? Ich erkundige mich beim nächsten Bahnhof. Es gab einen “Personenschaden”. ”Doch hoffentlich kein Todesfall?” Der Mann mit der roten Schildmütze: “Bei Personenschaden sind das meistens Todesfälle!” Mir schnürt sich die Kehle zu.

Gegen Abend trete ich aus dem Bahnhof in Heidelberg. Der Vorplatz ist eine gesichtslose Verkehrsinsel. Wo geht’s denn bitte zum schönen alten Heidelberg?

Eleganz beim Paddeln
Eleganz beim Paddeln

Ich schreite Richtung Neckar. Langsam wird es besser: Grünanlagen, Uferweg, schließlich die Fußgängerzone.

Altstadt heidelberg
Letztes Abendmahl in Heidelberg

Dunkelhäutige Touristen strömen durch die historische Gasse mit schmucken Fassaden, Erkern und Ballustraden. Oben am Hügel thront das alte Schloß mit Ruine, unten auf dem Neckar bewegen sich ein paar Paddler mit eleganten, schmalen Booten.

In einem kleinen Restaurant neben einem Torbogen leiste ich mir eine letzte gesittete Mahlzeit. Jetzt aber endlich los, die Sonne geht schon fast unter.

Alte Brücke in Heidelberg
Alte Brücke in Heidelberg

Ich überquere die Brücke und hole schon meine Stirnlampe heraus. Mit großen Schritten gehts in die einsame Welt hinaus. Mangels Fussweg muss ich entlang der Straße. Wenigstens ist sie beleuchtet. Dann hören auch die Straßenlaternen auf. In der Dunkelheit sieht man mich im Scheinwerferlicht, peinlich, peinlich! Was die Fahrer wohl von mir denken? Eine Verrückte? “Wo geht’s denn hier zum Hochgebirge? hahaha!” – das wurde ich mal gefragt . Ich hasse, nachts aufzufallen.
Eigentlich will ich gleich zu Anfang wild campen, aber dann siegt das Hinweisschild “Campingplatz”. Ich biege ab und bald schon steht meine Behausung auf gepflegtem Rasen. Natürlich zu langweilig für jemanden mit Indianerblut. Von der anderen Seite des Neckars dröhnt der Verkehr herüber.

Auf langweiligem Rasen
Auf langweiligem Rasen

Am nächsten Morgen kehre ich mit leerem Magen zur Landstraße zurück: ich will weiterkommen und wo hübsch frühstücken.  Wegen einer guten Mahlzeit oder einem guten Bett laufe ich meilenweit.

Dort, bei der Streuobstwiese, bückt sich eine Frau mit langem Rock. Was macht die sich dort zu schaffen? Ah, sie sammelt Äpfel! Wir kommen ins Plaudern. Sie erzählt, dass sie  Apfelmus daraus macht. Die Kinder in ihrer privaten Kindergrippe essen das gerne, sagt sie. Die einfachsten Dinge des Lebens kämen gut an. Eltern nähmen sich oft wenig Zeit für ihre Sprößlinge. “Sie rennen zu Kursen statt sich wirklich um ihre Kinder zu kümmern.” Ja, ja, moderne Zeiten. Sie vermisse so einiges aus ihrer ursprünglichen Heimat Thüringen. Ob Sie mit mir frühstücken will, frage ich: “Keine Zeit, ich ziehe gerade um und muß renovieren.” Sie braucht mehr Platz für die Kinder, die sie betreut. Die Nachfrage sei groß. Ich mag diese Plaudereien im Vorübergehen, über Apfelmus und andere Dinge.

Kapellchen auf der Höh'
Kapellchen stimmungsvoll auf der Höh’

Einmal, es war weiter südlich bei Neustadt an der Donau,  bot mir, der müden Wanderin, eine alte Bäuerin mit Wollmütze  einen Platz auf der Bank vor ihrem Haus an und setzte sich daneben. Da saßen wir dann und waren  fast nur still.

Bäuerin bot mir Platz auf ihrer Bank an
Eine Bäuerin, die mich auf ihre Bank einlud

Gegenüber ihrem Haus lag ein Kapellchen stimmungsvoll auf einem Hügel.

 

In einem netten kleinen Lokal im Odenwald, im “Hexenhaus” in Fränkisch-Crumbach, erzählte mir voller Stolz eine Einheimische wieviel Mal schöner der Odenwald im Vergleich zum benachbarten Spessart sei: der Lokalpatriotismus tropfte aus ihren Knopflöchern. Sie genoß Heimat.

Ein Mann, den ich am Gartenzaun kennenlernte, weil ich Wasser brauchte,  diese Szene ist noch ein paar Jahre älter,  lud mich in sein Wohnzimmer ein und spielte an seinem Flügel Chopin und Brahms. Ich lehnte mich zurück im bequemen Sessel, vor mir der Blick auf herrliche Seenlandschaft. Was für Lebensmomente!

Und nach solchen kleinen Episoden gehe ich dann weiter und versuche alles zu bewahren. Aber oh weh, mein Gedächtnis! Ich sammle Momente wie andere Briefmarken. Leider habe ich viele nicht richtig eingeordnet oder sie sind verfälscht. Einmal kam ich durch ein verlassenes Dorf, bei dem gleich Baumstämme unmittelbar im Eingang von Häusern herauswuchsen. Als ich zufällig wenig später durch das selbe Dorf mit meinem Mann fuhr – bei Sonnenschein und einer anderen Uhrzeit – war alles ganz anders: Es war nur ein Baum vor einem Haus, und ansonsten war das Dorf normal belebt und überhaupt nicht verlassen.

Stiller Weiler
Verfälschte Wahrnehmung

Ich treffe öfters Leute, die beim Anblick meines Rucksacks mir gerne erzählen, dass sie auch wandern. So, so, ja wo denn? Eine ältere Dame: “Morgen geht’s nach Mallorca zum Wandern.” Ein junger Mann berichtet von einer Rucksackreise durch Japan, die ihm sehr gefallen habe.

Wandern ist bei den Deutschen noch immer “in”. Aber nicht in Deutschland. Deutsch genießen anderswo. Selbst Spaziergänger sehe ich in Deutschland immmer seltener.

Lieblicher Odenwald
Zum Wandern ist Deutschland nicht mehr “in”

Fahrradfahren ist eher beliebt. Deshalb kriegt man hierzulande immer seltener richtige Wanderkarten und statt dessen  schön glänzende “Freizeitkarten” mit Radtouren-Vorschlägen. Bei denen ist oft gar nicht zu erkennen, ob sich eine größere Teerstraße oder nur ein Feldweg unter der dicken, fetten, farbigen Linienführung verbirgt. Das Produkt wird sowieso mehr von Marketingleuten geplant, die vermuten, dass wir uns heutzutage eher  auf unser Navi verlassen. Da kann man die  topographischen Details getrost weglassen, meinen sie wahrscheinlich. Sonst wird unsere einfache Seele nur verwirrt.

Wegmarkierung mit Nummern statt mit Ortshinweisen
Nummern statt Ortshinweise!

So findet man heute immer mehr Zahlen oder Themennamen auf den Hinweisschildern statt einfache Ortshinweise. MD steht für  Main-Donau-Weg, W3 steht für irgendeinen anderen lokalen Weg. Jedes Tourismusbüro kocht sein eigenes Süppchen, und wehe, wenn ich nicht die richtige Auflage ihrer Karte habe, weil der neue Chef sich wieder einen eigenen Themenweg ausgedacht hat. Nur gut, dass ich wenigstens meinen kleinen Kompass dabei habe. Sonst wäre ich oft noch schlimmer aufgeschmissen, ohne die aktuelle Kartenversion. Der Kompass ist mir übrigens auch schon in Großstädten zu Gute gekommen, z.B. im unterirdischen Ausgangsgewirr des Wiener U-Bahn-Systems.

Die gute Seele vom Goldenen Hirsch
Die gute Seele vom Goldenen Hirsch

Die zweite Nacht will ich im Bett verbringen. Zwei Mal hintereinander Zelten muss nicht sein, schon allein wegen der fehlenden Dusche. Eine nette Polin öffnet mir in Heiligkreuzsteinach die Pforten zum Gasthaus “Goldener Hirsch”, und das trotz Betriebsruhe. Kein Zweifel: Sie ist der gute Geist des Hauses. Sie teilt sich ihre Stelle mit einer anderen Polin. Abwechselnd ist eine von ihnen fleißig auf Posten und schmeißt den Laden, während die andere zuhause bei der Familie in Polen nach dem Rechten sieht. Der Wirt und seine Schwiegertochter aus Nordrhein-Westfalen lesen derweilen entspannt die Zeitung in der alten Wirtshausstube.

Waffen im Wirtshaus
Waffen im Wirtshaus

Den Speiseraum ziert die alte Waffensammlung vom früheren Generationen. Auch die selbstgefertigten Zinnfiguren sind hübsch anzusehen. Jetzt gehe ich gegenüber in der Bäckerei frühstücken: heiße Schokolade, Butterbreze und Rosinenbrötchen, das duftet und schmeckt.

Handgemalte Zinnfiguren vom alten Wirt
Handgemalte Zinnfiguren vom alten Wirt

 

 

 

 

 

 

Dann tauche ich wieder ein, in die ewigen Wälder Deutschlands. Ein Drittel Deutschlands ist übrigens mit Wald bedeckt. Kein Wunder, dass es da so viel regnet. Dieses Jahr regnet es Rekordmengen! Ich bekomme aber myseriöser Weise kaum was davon ab. Es regnet immer nur, wenn ich gerade wieder einkehre. Nachts schüttet es sogar, während ich behaglich im Bett liege. Trete ich vor die Tür, halten die Wolken zufällig dicht.

Schnecke knabbert Steinpilz an
Schnecken mögen Steinpilze!

Ich wollte, ich könnte Pilze sammeln. Bei dem vielen Regen duftet es nur so nach Pilzen. Auch Steinpilze sehe ich. Einer wird gerade von einer Schnecke verspeist. Jetzt verstehe ich auch, warum echte Pilzsammler so früh am Morgen aufbrechen.

Trotz des vielen Waldes ist der Odenwald relativ lieblich. Immer wieder genieße ich Ausblicke auf Streuobstwiesen und Weide-Landschaft mit Rindern. Mir fällt auf, dass Mutterkuhhaltung immer beliebter wird.

Mutterkuhhaltung immer beliebter
Mit Stieren – es lebe die Familie!

Auch Stiere sind öfters dabei. Es lebe die vierbeinige Familie!

Ausblick im Odenwald
Ausblick im Odenwald

Der Höhenweg von der Kreidacher Höhe nach Tromm ist besonders abwechslungsreich. Ich teste auf Empfehlung einer jungen Reiterin eine anspruchsvolle Sommerrodelbahn (die ältere Anlagen, z.B. in meinem Ausserfern,  völlig in den Schatten stellt), sehe interessante Felsformationen, und passiere einen hölzernen Aussichtsturm, der traurig auf Sarnierung wartet.

Offene Schutzhütte
Offene Schutzhütte

Schutzhütten in offener Bauweise gibt es im Odenwald viele. Bei Regen wäre ich dankbar, aber zum Übernachten eignen sie sich nur zur Not, weil sie doch sehr einsehrbar sind.

Geschlossene Schutzhütte
Geschlossene Schutzhütte

Einmal habe ich in einer geschlossenen aber nicht verschlossenen Schutzhütte im tiefen Wald übernachtet. Ich fühlte mich recht wohl, weil es relativ sauber war und man die Bänke zu einem Bett zusammenschieben konnte. Morgens  schnellte ich dann hoch, als ich plötzlich schwere Maschinen hörte. Die Waldarbeiter machten sich genau vor der Hütte zu schaffen, verluden Holzstämme und ich fürchtete, dass ich gleich Besuch bekommen würde.

"meine" Schutzhütte
“Meine” Schutzhütte

Dann waren sie, so schnell wie sie gekommen waren, wieder weg und ich konnte mir in Ruhe an der Wasserpumpe nebenan sogar noch die Zähne putzen. Die Pumpe war schon höchste Komfortstufe!

Meine diesjährigen anderen Eindrücke sind schnell erzählt:

 

bestes Steinpilzgericht in Heusenstamm
Bestes Steinpilzgericht in der fürtlichen Schlossschenke von Heusenstamm

Ins Schwärmen vom besten Steinpilzgericht aller Zeiten gerate ich, wenn ich an die Schlossschenke in Heusenstamm, südlich vom Main, denke. Ala, die ungarische Wirtin, ludt mich nach dem wunderbaren, aber nicht billigen Mahl zum guten Wein ein und ich unterhielt mich bestens mit ihr und ihren Stammgästen.

Freikirchlicher Gottesdienst
Freikirchlicher Gottesdienst

Weiter nördlich in Dörnigheim am Main stieß ich vor einem unscheinbaren Kirchlein auf Frauen mit Kopftuch und Männer in dunklen Anzügen. Sie sprachen mit Akzent. Statt “für” sagten sie “fir”. Ihre 120-Mitglieder-starke freikirchlichen Gemeinde nennt sich offiziell “Evangelisch-Lutherische Brüdergemeinde”. Ihre Vorfahren sind vor 270 Jahren aus Hessen nach Kasachstan ausgesiedelt und erst nach vielen vergeblichen Ausreiseanträgen durften sie zu Zeiten Gorbatschows wieder zurück in die alte Heimat. Welch ein Heimatssinn, der 270 Jahre überdauerte!  Ich nahm gerne ihre Einladung an und saß durch einen ihrer Gottesdienste. Aber es war anstrengend, denn der Gottesdienst wollte nicht enden, und ihr Gesang war für mein Ohr, gelindegesagt, musikalisch gewöhnungsbedürftig. Anscheinend stammten die Liedtexte von den Kirchenbüchern der Wolgadeutschen, während viele Melodien mündlich überliefert wurden. Anscheinend hat sich da mancher Teil eigenwillig verändert. Sprachrhythmen und Melodie klafften auseinander. Der Text lief oft gegen den Strich der Melodie. Plötzlich sang dann noch die ältere Frau neben mir, mit der ich ein Textbuch teilte, einen Töne höher, und das mit durchdringender, blecherner Stimme. Das war schwer zu verkraften. Aber meine Nachbarin war von starker Verfassung und  gab nicht auf, und tatsächlich schaffte sie es, von Strophe zu Strophe mehr und mehr Gemeindemitglieder auf ihre musikalische “Höhe” zuziehen. Bis dahin  war es eine musikalische Tortour. Nur keiner verzog das Gesicht.

Ausser Gesang gab es viele kleine Predigten in Form von heiß ausgestossenen schnellen Sätzen. Ich kam kaum mit. Es folgten immer wieder neue schnelle Reden. Dann kamen wieder Liedvorschläge. Der Gottesdienst wollte kaum enden. Auch sah ich jede Menge junge Leute, übrigens mehr Buben als Mädchen, die ohne zu ermüden dem Gottesdienst lauschten. Nach der Kirche versuchte man mich zu missionieren. Viel Zeit blieb allerdings nicht, weil es bald mit einer Bibelstunde weiterging. Und ich zog erschöpft weiter.

Wirt bringt Wanderstöcke
Wirt bringt Wanderstöcke

In Oberdorfelden, einer kleinen Gemeinde in der Wetterau nordöstlich von Frankfurt, fuhr ein sizilianischer Koch, spät in der Nacht mit dem Fahrrad hinter mir her, weil ich meine Wanderstecken vergessen hatte.

feine Wirtin
feine Wirtin

Beim vorausgehenden Abend hatte mich seine Frau bedient, bei der man sich einfach nur wohlfühlen konnte. Sie hat mich auch zum feinsten Grappa bekehrt, den ich so noch nicht kannte. Schade nur, dass Wandern ständiges Abschiednehmen bedeutet. Manchmal zweifle ich in solchen Situation wirklich am Sinn der Sache.

Bad Nauheim - "Bad Rauchheim"
Bad Nauheim – “Bad Rauchheim”
Schon bessere Zeiten gesehen: Badehäuser
Bessere Zeiten gesehen: das Bad

Weiter nördlich im Kurort Bad Nauheim sah ich so viele Raucher, dass ich den Ort “Bad Rauchheim” umnannte.
Über mächtige Holzwände mit aufgestapeltem Reisig läßt man Solewasser tröpfeln und erzeugt salzhaltige Luft wie am Meer. Auch Strandkörbe gibt es, Marke “Ostsee”. Scheints kommt man hierher, die Lunge zu regenerieren. Und überall wurde geraucht. Der Kurort hat schon bessere Zeiten gesehen. Unterschriftenlisten weisen auf das sarnierungsbedürftige Thermalbad hin. Die großen Badeanlagen sind längst umfunktioniert. Man lebt hauptsächlich von ein paar großen Kurkliniken. Für andere fällt da immer weniger ab.

Putzfimmel
Monotonie und Putzfimmel

Gegen Ende meiner Wanderung erlebte ich dann noch einen Anti-Höhepunkt: Ich faszinierte mich für hässliche Vorstadt-Architektur. Monotone Umgehungsstraßen, düstere Wohnblöcke, gesichtslose Zweckbauten inmitten grauer, sauberer Kies- und Verbundsteinlandschaften.

Öder Vorort
praktische Kies- und Betonlandschaft

Nur im winzigkleinen Altstadtkern wurde es dann kurz hübsch. In lauschigen Winkeln, zwischen den Ständen des Gemüsemarkts oder in Straßencafes um den alten botanischen Garten ließ sich’s wieder aufatmen.

Gemuesemarkt in Altstadt
Gemüsemarkt in Giesener Altstadt
Lauschige Winkel
Lauschige Winkel

Ich fragte mich, wieso moderne Architektur so selten eine anheimelnde Athmosphäre gelingt.

Nach dem Anti-Höhepunkt konnte ich getrost heimfahren. Ich bestieg den Zug und ging gleich in den Speisewagen. Schon rasten Landschaften und Städte als blasse Kulisse an mir vorbei. “Herr Ober, für mich bitte Maultaschen mit Salat.” Sofort  zogen mich wieder die modernen Annehmlichkeiten in ihrem Bann.

Aber halt, das ging wohl doch zu schnell! Schon mühsam besann ich  mich zurück. Zurück nochmals zur Steuobstwiese vor ein paar Tagen, nachts im Zelt. Auf ferner Zugterrasse raste ein Zug. Das war des Nachts, wo man nichts von der Menschenexistenz hörte ausser dem Dröhnen von Maschinen und Autos!

Ein Apfel plumpst ins hohe Gras
Ein Apfel plumpst ins hohe Gras

Und ich lag in meinem kleinen Zelt, außerhalb dieses Systems, zu Gast bei Fuchs und Has’. Das tat gut. Ein Apfel plumpste nebenan ins hohe Gras.
“Herr Ober, bitte nochmals die Speisekarte!” Das andere “Ich” war jetzt in weiter Ferne.

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